„Die Politik sollte dieses Programm ausweiten!“

Jannis Plastargias arbeitet für das Modellprojekt „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ des IB

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Jannis Plastargias arbeitet für das Modellprojekt „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ des IB in Frankfurt am Main.

Viele Jugendliche fragen sich bei abstrakten Themen wie Bildung, Chancengerechtigkeit oder Klimawandel oft: Inwiefern betrifft das mich? Sie suchen nach konkreten Bezügen zu ihrem Alltag, um sich die Zusammenhänge besser vorstellen zu können. Jannis Plastargias gibt ihnen die Antworten. Er arbeitet für „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ in Frankfurt am Main, einem vom Bundesfamilien- und Bundesinnenministerium geförderten Modellprojekt. Es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Stadtteilen und gibt jungen Menschen mit Migrationshintergrund die Möglichkeit zur Teilhabe. Der IB ist Träger von vier Modellstandorten.

„Beim Thema Umweltschutz und Klima pflanzen die Jugendlichen lieber einen Baum, als eine Demo zu organisieren. Sie wollen einen konkreten Nutzen ihrer Arbeit sehen“, erzählt Plastargias. Das hat auch mit der Herkunft ihrer Familien zu tun, sagt er. „Viele ihrer Eltern sind aus Diktaturen geflohen und haben das Gefühl, die Politik tue ohnehin, was sie wolle. Oder sie kommen aus ärmeren Familien und haben bereits die Erfahrung gemacht, dass ihnen weniger zugehört wird. Da kann ein Baum viel bewirken“, so Plastargias. Er sagt „Du kannst etwas bewirken!“.

Aber die Arbeit von „Jugendmigrationsdienst im Quartier“ beschränkt sich nicht auf Jugendliche mit Fluchterfahrung oder familiären Wurzeln in anderen Ländern. „Wir gehen auch in Schulen und treffen dort auf junge Menschen ohne jeden Migrationshintergrund. In den Stadtteilen selbst haben wir es außerdem natürlich mit Erwachsenen aller Altersstufen zu tun“, sagt Plastargias.

Dadurch entstehen berührende Begegnungen. Wenn ältere Menschen von persönlichen Erfahrungen im Nationalsozialismus erzählen, können sich die Jugendlichen dies viel besser vorstellen als im Schulunterricht. Ein anderes Beispiel ist die Geschichte eines Mannes, der seine Heimat Uganda verlassen musste, weil er dort aufgrund seiner Homosexualität verfolgt wurde. Dies hat den Blick der Jugendlichen auf das Thema verändert.

„Diese Begegnungen sind so wertvoll, dass ich glaube: Noch viel mehr Quartiere müssten auf diese Weise bereichert werden. Die Politik sollte dieses Programm personell und finanziell ausweiten. Von diesen Projekten müsste es noch deutlich mehr geben!“, findet Jannis Plastargias.

Weitere Informationen zu dem Projekt gibt es hier.


Ihr Ansprechpartner für Presse

Dirk Altbürger
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